Kleines Stiftungstag-Tagebuch Hamburg 2014

Die Lehr:werkstatt-Alumni berichten

Volle Kraft voraus: Die Eberhard von Kuenheim Stiftung auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg

Vom 21. bis 23. Mai fand in diesem Jahr in Hamburg der Deutsche Stiftungstag statt. Mit dabei war auch die Eberhard von Kuenheim Stiftung: Mit dem Schwerpunktthema Mission Related Investing und einem eigenen Informationsstand, auf dem die Stiftung sich und die Projekte TandemTool und Lehr:werkstatt dem interessierten Publikum vorstellte. Das Programm des Stiftungstages erlebten zudem drei Stipendiatinnen, die als Lehramtsstudentinnen das Projekt Lehr:werkstatt in den vergangenen Jahren durchliefen und die Stiftung nicht nur als maßgebliche Kräfte beim Aufbau eines tragfähigen Alumninetzwerkes unterstützen, sondern vielmehr auch zu wahren Botschafterinnen der Lehr:werkstatt und der Stiftung wurden.

Auszüge aus dem Tagebuch von Ivonne Irber

Tag 1: Es fährt ein Zug nach Hamburg

Der ICE mit uns drei Stipendiatinnen kam pünktlich mit 30 Minuten Verspätung in Hamburg an. Nun nur noch das Hotel suchen  - aber auch das war kein Problem. Das Hotel lag fast direkt neben dem Fußballstadion des FC St. Pauli und ganz ehrlich: für mich als Fußballfan war dies bereits das erste große Highlight unserer Reise nach Hamburg. Bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein zeigte sich die Stadt Hamburg  an allen drei Tagen von ihrer besten Seite. Nach dem Check-In im Hotel machten wir uns mit dem gesamten Stiftungs-Team auf den Weg in den Hamburger Hafen. Mareike van Oosting, gebürtige Hamburgerin, entführte uns mit spannenden Geschichten rund um Hamburg in das Portugiesenviertel der Stadt: „Wenn man an den Ladungsbrücken direkt in Hamburg steht, auf den Hafen blickt, die Elbe plätschert und der Wind einem entgegenweht mit seinem Geruch nach Meer und Weite, dann versteht man, wieso Hamburg von vielen Menschen die Lieblingsstadt ist. Vor allem wenn es nicht regnet“, so Mareike. Der Abend endete mit einem leckeren spanischen Essen, intensiven Gesprächen und einem kühlen Hamburger Bier – so kann man einen Reisetag perfekt ausklingen lassen.

Tag 2: Stiftungstag Nummer Eins – Viele neue Köpfe, viele spannende Themen

Nach einem stärkenden Frühstück ging es zusammen mit Herrn von Kospoth zum Congress Center Hamburg. Es waren schon viele andere Teilnehmer angekommen und wir drei Stipendiaten fühlten uns gleich sehr wohl im Kreise der Stiftungsakteure Deutschlands – und das, obwohl wir natürlich bis auf die Kolleginnen und Kollegen der Eberhard von Kuenheim Stiftung niemanden persönlich kannten. Wir wurden von einigen Personen als Stipendiaten des Stiftungstages direkt erkannt und sogleich herzlich begrüßt: Kurze Gespräche und ein erstes Kennenlernen verschiedenster Akteure des Stiftungstages waren ein gelungener Einstieg.

Dann begannen auch schon die ersten Veranstaltungen und wir teilten uns auf, um eine große Bandbreite von Themen kennenlernen und uns mit möglichst vielen Teilnehmern austauschen zu können. Ich war bei der Veranstaltung „Fundraising für Stiftungen“, welche einen Input zum Thema Stiftungsfonds lieferte. Dort sprachen Experten aus verschiedenen Bereichen:  Der Deutsche Fundraising Verband sowie eine Vertreterin einer Fundraising Agentur und zwei Vertreterinnen von Brot für die Welt und der Bürgerstiftung Hamburg.

Auch die Podiumsdiskussion „Alles bunt und stylisch?“, ermöglichte spannende Einblicke in die Arbeit von Stiftungen im Schulbereich und erweiterte unseren Horizont: Was Schüler alles auf die Beine stellen, ist unglaublich! Traut man ihnen etwas zu, werden die Erwartungen wohl oft noch übertroffen – eine wertvolle Erkenntnis für uns als Lehramtsstudentinnen und ein wichtiger Impuls für unser späteres Lehrerleben, das gewiss nicht ohne Engagement bleiben wird. Nach den ersten Veranstaltungen trafen wir Stipendiatinnen uns am Stand der Eberhard von Kuenheim Stiftung wieder, tauschten Erfahrungen aus und nutzten eine kleine Pause zum Mittagessen. Danach fand die Begrüßung aller Stipendiaten des Stiftungstages statt, bei der uns viele interessante Fakten rund um das Thema Stiftungen präsentiert wurden. Die Teilnahme von Stipendiaten verschiedener Stiftungen bereichert aus unser Sicht den Deutschen Stiftungstag um eine sehr zukunftsorientierte und dynamische Dimension.

Tag 3: Stiftungstag Nummer Zwei und noch ein bisschen mehr...

Das heutige Thema der Veranstaltung für uns Stipendiaten war „Bildung vor Ort“: wir besuchten drei Einrichtungen, in denen mit verschiedenen Experten über das Thema Bildung diskutiert wurde. Ein altes Schiff war die erste Station, an der sich Ties Rabe, Bildungssenator von Hamburg, unseren Fragen zum Thema Bildungspolitik in Hamburg stellte. Er hob hervor, dass sich Schulen wieder mehr und verstärkt ihrem Kerngeschäft widmen müssten und beispielsweise Themen wie Nachmittagsbetreuung in Zusammenarbeit mit Stiftungen eine sinnvolle Kooperationsmöglichkeit  darstellen. Eine seiner Empfehlungen war, dass sich Stiftungen enger mit Schulen vernetzen sollten, um gemeinsam die Lehrerbildung und -fortbildung voranzutreiben. Einen erfolgsversprechenden Ansatz sah er darin, dass Lehramtsstudenten schon früh im Studium die Möglichkeit erhalten, Unterricht frühzeitig und aktiv mitzugestalten. Das war unser Stichwort: Wir stellten ihm das Projekt der Lehr:werkstatt vor und Senator Rabe nahm interessiert den Projektansatz mit in seine Überlegungen auf.

Als ein best practice für die Koopeartion verschiedener Einrichtungen wurde das Bildungszentrum „Tor zur Welt“ präsentiert. Es liegt in einem „Brennpunktviertel“ von Hamburg, und bringt die Arbeit zehn unterschiedlicher Einrichtungen zusammen: Drei Schulen, eine Kita, ein Kindergarten und sechs Erwachsenenbildungs- und beratungszentren. Unser Fazit: Wenn Stiftungen und Schulen stärker zusammenarbeiten und sich als Partner schätzen lernen, kann viel erreicht werden.

Rückblickend waren es anstrengende, aber perfekte Tage in Hamburg! Die Reise gibt uns neuen Anschub und Kraft, weiterhin die Lehr:werkstatt als Alumni in Bayern und darüber hinaus zu unterstützen. Nicht zuletzt möchte ich der Eberhard von Kuenheim Stiftung „Danke“ sagen, die mir und meinen Mit-Stipendiatinnen das alles ermöglicht hat!