Mein Lehr:werkstatt-Jahr

Beispiel für einen Bericht eines Lehr:werkers im Schuljahr 2013/14

Ich sollte zunächst einmal erklären, wer ich als „Lehr:werker“ eigentlich bin und was ich gemacht habe. An der Universität Passau studiere ich im Bachelor of Education (LA Realschule) die Fächer Wirtschaft und Sozialkunde. Die Lehr:werkstatt ist ein Projekt der Eberhard von Kuenheim Stiftung und durch diese neue Praktikumsart (u.a. an der Universität Passau) sollen Lehramtsstudentinnen und -studenten frühzeitig realistische Praxiserfahrungen sammeln, LehrerInnen unterstützt werden und die SchülerInnen intensiver betreut werden können. Ein Punkt, der die Lehr:werkstatt so besonders macht, ist außerdem die Arbeit im Tandem, so dass mich Frau Lang als Mentorin das ganze Schuljahr über begleitet hat. Parallel zum normalen Schulalltag fanden zudem Praxisseminare an der Universität für mich statt, sowie Kompetenzworkshops, die durch die Eberhard von Kuenheim Stiftung und der Hans Lindner Stiftung durchgeführt wurden.

Mein Schuljahr sollte gut beginnen: Ich hatte die Möglichkeit mit den 10. Klassen auf Abschlussfahrt nach Rom zu fahren und so ergab sich mir die Möglichkeit meine Schülerinnen und Schüler außerhalb des Schulgebäudes kennenzulernen, noch bevor ich sie im Klassenzimmer vor mir sitzen hatte.

Ein Schüler sagte Mitte des Schuljahres zu mir: „Herr Eisl, Sie suchen sich aber auch die schönsten Sachen raus.“

Doch im Prinzip ging es genau darum. Ich sollte innerhalb des Schuljahres alles mitgemacht haben, was mich als Lehrer später erwartet, um so den oft genannten „Praxisschock im Referendariat“ zu umgehen. So nahm ich an Konferenzen teil, an Ausflügen/Klassenfahrten/Exkursionen und natürlich sollte ich einige Unterrichtsstunden halten, d.h. Vorbereitung und Nachbereitung inklusive.

Am Ende des Schuljahres kann ich mit Fug und Recht behaupten: Der im Vergleich zum „normalen“ Pflichtpraktikum erhöhte Aufwand hat sich gelohnt! Ich bin jeden Schultag gerne nach Ortenburg gefahren und habe mich auf die Arbeit gefreut. Das Praktikum hat mich in meinem Wunsch, Lehrer zu werden, bestärkt und lässt mich nun noch zielstrebiger nach vorne blicken. Trotz der schlechten (!) Lehrerbedarfsprognosen hoffe ich, in einigen Jahren einen Arbeitsplatz zu finden, gerne auch an der Evangelischen Realschule in Ortenburg.

Zum Schluss darf ich mich für das tolle Jahr bei allen Schülerinnen und Schülern, die mich als Lehrer erleben durften oder mussten und bei meinen Kolleginnen und Kollegen recht herzlich bedanken. Insbesondere möchte ich mich aber bei meiner Mentorin Frau Lang bedanken, die sich meiner angenommen hat, bei meinem „Zweitmentor“ Herrn Hektor, den ich ebenfalls in zahlreichen Unterrichtsstunden begleiten und unterstützen durfte, sowie bei unserer Schuldirektorin Frau Hesse. Und – last but not least – gilt mein Dank auch meiner „Hauptklasse“ 10a, die ich von September bis zu ihrem Abschluss begleiten durfte. Euch wünsche ich natürlich alles Gute auf Eurem weiteren Lebensweg und auch wenn es nicht viele von Euch glauben wollen, es wird die Zeit kommen, da wünscht Ihr Euch ins Klassenzimmer zurück. Wetten, dass…?

Maximilian Eisl